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Eurythmie thérapeutique pour les enfants atteints de TDA(H)

Le stress, l'agitation, les difficultés de concentration, le spectre de l'autisme et l'AD(H)S chez les enfants et les adolescents ne sont pas seulement des mots à la mode pour de nombreuses familles et enseignants, mais font partie de leur quotidien. Que peut faire la Thérapie Complémentaire? Un aperçu de la méthode Eurythmie thérapeutique. (article en allemand)

© stock.adobe.com

Was kann KomplementärTherapie (KT) bei Kindern bewirken?

KomplementärTherapeut*innen nehmen die Ressourcen der Kinder und Jugendlichen ernst. Wir streben an, dass jedes Kind während unterschiedlichen Entwicklungsschritten begleitet wird und gleichzeitig ermächtigen wir es dazu, diese Schritte auch zu wagen. Die Einwilligung und Motivation zur Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten ist Voraussetzung.

In den letzten Jahren wurde es immer deutlicher, dass KT-Methoden die Entwicklung des Kindes in der Schule unterstützen können. Es gibt Schulen die Achtsamkeitstraining anbieten (MoMento-Projekt), andere die Yoga in den Schulalltag einfliessen lassen und zu den Rudolf-Steiner-Schulen gehört bereits seit 100 Jahren die Heileurythmie.

Was ist Heileurythmie?

Heileurythmie wurde bereits in vielen medizinischen Feldern zur Unterstützung der anthroposophischen Medizin angewendet, seit 2016 ist sie eine anerkannte Methode der KomplementärTherapie. In der Heileurythmie werden Klient*innen angeleitet, Elemente der Sprache und Musik in Bewegung umzusetzen, um so die selbstregulierenden Kräfte anzuregen. Die Heileurythmie spricht, ähnlich wie bei einem Schauspiel oder Tanz, Geist und Seele an und wirkt dadurch auf den Körper. Bei Kindern und Jugendlichen können verschiedenste Lernprozesse angeregt werden.

Erforschung von AD(H)S

Seit 20 Jahren bin ich Heileurythmist an einer Rudolf-Steiner-Schule (RSS) und kann auf viele Jahre Berufserfahrung mit Kindern zurückblicken. In den letzten Jahren ist Lehrkräften und Therapeut*innen der RSS aufgefallen, dass es auch in dieser auf die Entwicklung von basalen Sinnen ausgerichtete Pädagogik, immer mehr Kinder gibt, welche Mühe haben ihre Motorik gut auszubilden. Es gibt z.B. vermehrt Kinder, welche ihre Händigkeit (links/rechts) nicht klar ausbilden konnten. Man spricht dann von unklarer lateraler Präferenz. Dies wiederum scheint eine verlangsamende Auswirkung auf die Gehirnreife der Kinder zu haben. Kinder, die sich schlecht konzentrieren können, werden durch diese Verlangsamung möglicherweise noch mehr beeinträchtigt.

In den letzten 30 Jahren wurde weltweit AD(H)S intensiv beforscht und kontrovers diskutiert. Es wurden Substanzen (Methylphenidat, u.a. Ritalin ) entdeckt, welche Kinder dabei unterstützen, sich in der Schule besser zu konzentrieren, sich mehr zuzutrauen und zu integrieren. In richtiger Dosierung und bei gezielter Anwendung können die Medikamente in sozial schwierigen Situationen und zum Lernen äuserst hilfreich sein. Die Wirkung ist bestechend schnell, zeitlich eingrenzbar und effektiv. Wie bei jedem Medikament können auch Nebenwirkungen auftreten, z.B. Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit. Wenn komplementärtherapeutisch gearbeitet wird, kann Ritalin und Co unter Umständen weniger oft und in niedrigeren Dosierungen eingesetzt werden und Nebenwirkungen können gelindert werden.

girl twirling around room

© unsplash.com

 «Die Heileurythmie hat mich mitten ins Herz

getroffen!»


Aussage eines 7jährigen Kindes, welches durch die Heileurythmie seine Kommunikationsfähigkeiten wiederentdeckte.

Mit Heileurythmie zur Fokussierung

Im Gegensatz zu einer Medikation tritt bei der Heileurythmie eine fokussierende Wirkung viel später auf. Es braucht einen langen Atem, viel Geduld im Umfeld und von den Therapeut*innen. Ein Kind, das oft mit einer Angst und Verunsicherungsproblematik lebt, muss sich als erstes ernstgenommen fühlen. Danach werden Bewegungen geführt, gestaltet und es lernt den eigenen Körper besser spüren. In einem dritten Schritt wird die Möglichkeit zu kommunizieren verbessert, impulsives und unruhiges Verhalten nimmt voraussichtlich ab. In einem vierten Schritt, wenn Ruhe und Erfahrung der Selbstwirksamkeit eintreten, kann die Lernfähigkeit und Aufmerksamkeit verbessert werden.

Heileurythmist*innen suchen nach Möglichkeiten, wie auf eine kindgerechte Art körperzentriert gearbeitet werden kann, sodass gleichzeitig die Aufmerksamkeit gesteigert wird. Mit Geschicklichkeitsübungen, Springtänzen und anderen multimodalen Bewegungsansätzen wird das kindliche Gehirn aktiviert, kann sich umstrukturieren und weiter reifen. Die Erfahrungen mit modernem Brain-Gym haben ebenfalls bestätigt, dass Koordinationsübungen eine direkte Auswirkung auf die Gehirnentwicklung haben.

Studienlage und Handlungsempfehlungen

Die meisten Studien, welche zur Heileurythmie bei ADHS entstanden sind, sind im Kontext von Einzelfallstudien oder Masterarbeiten entstanden. 39 Kinder und Jugendliche im Kontext einer gross angelegten AMOS-Studie[1] des IFAEMM, 12 Einzelfälle in Masterarbeiten, eine breit angelegte klinische Studie ist in Zukunft denkbar.

Dr. Sandra Hotz[2] beschreibt als eines der wichtigsten Ergebnisse (S. 74/75 ) aus dieser Studie, dass Kinder mit ADHS-Symptomen viel Aufmerksamkeit ihres Umfeldes und interdisziplinäre Zusammenarbeit brauchen. Eine gesellschaftliche Änderung der Sichtweise, dass dieses Kind «nervt», zu einem offenen Hinschauen auf seine Fähigkeiten und Bedürfnisse wäre das Ziel. KomplementärTherapie, z.B. die Methode Heileurythmie, kann dabei einen wertvollen Beitrag leisten.


Auteur:

Herbert Langmair, KomplementärTherapeut mit Branchenzertifikat OdA KT, Methode Heileurythmie, Russikon

www.heileurythmie.ch


Sources:

[1] AMOS-Stude IFAEMM

[2] Hotz S, Kinder fördern. Eine interdisziplinäre Studie, mehrarmig und international zum Umgang mit AD(H)S, UNI Freiburg 2015-2017

Hotz S, Neumann S, Robin D, Rüttimann D, Schöbi D, von Rhein M, Walitza S, Wieber F, Wimberger K, : Kinder fördern. Handlungsempfehlungen zum Umgang mit AD(H)S im Entscheidungsprozess. Institut für Familienforschung und -beratung,

Universität Fribourg 2019: https://www.zhaw.ch/de/gesundheit/forschung/forschung-public-health/projekte/adhs-studie/


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