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Was tun gegen Verspannungen?

Verspannungen und Schmerzen sind oft auf eine zu hohe Muskelspannung zurückzuführen. Sie entsteht durch unvorteilhafte Verhaltens- und Bewegungsgewohnheiten, die sich für uns eigentlich ganz normal anfühlen. KomplementärTherapie hilft, diese Gewohnheiten zu erkennen und bewusst einzugreifen. Bereits mit den folgenden Tipps können Sie viel bewirken.

Selbstwahrnehmung ist zentral

Wer sich und seinen Körper wahrnehmen kann, entdeckt, wo er sich nichts Gutes tut und schafft so die Voraussetzung zur positiven Veränderung. Die AlexanderTechnik befähigt Sie dazu, Ihre Körpersignale wahrzunehmen und Ihr Handeln achtsamer zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, was Sie tun, sondern wie Sie in Ihren täglichen Herausforderungen mit sich selber umgehen.

Eine Frau mit Verspannungen im Nacken

© unsplash.com 

1. Nehmen Sie den Alltag aufmerksamer wahr

  • Achten Sie in alltäglichen Situationen darauf, wieviel Kraft Sie anwenden. Beispiele: Halten sie das Trinkglas nur so fest in den Händen wie nötig, tragen Sie die Einkaufstüten, ohne den Hals anzuspannen und die Schultern hoch zu ziehen, halten Sie nicht den Atem an, wenn sie etwas hochheben… 
  • Achten Sie darauf, wie Sie stehen, wenn Sie irgendwo warten müssen. Versuchen Sie den Boden zu spüren und stellen Sie sich dabei den Raum über ihrem Kopf vor. Machen Sie sich bewusst, dass nichts von oben drückt. Geben Sie sich auch Raum hinten, seitlich und vorne.

2. Weiten Sie Ihren Fokus zum offenen Blick

  • Lassen Sie Ihren Blick immer wieder in die Weite schweifen und nehmen Sie wahr, wie weit Ihr seitlicher Blickwinkel geht. Denken Sie dabei ihren Hals lang und beweglich, entspannen Sie den Nacken und betrachten Sie das was sie sehen mit einem freundlichen Blick.


3. Gönnen Sie sich eine Auszeit

  • Legen Sie sich für 10 Minuten auf eine Matte am Boden oder auf einen Teppich. Erforschen Sie dabei den Körper, immer mit dem Wunsch die Muskeln und die Gelenke etwas mehr zu entspannen. Lösen Sie Ihren Nacken, geben Sie Kopf und Schultern auf die Unterlagsfläche ab. Denken Sie sich Platz und Lockerheit in jedes einzelne Ihrer Gelenke. Diese Gedanken fördern Ihre Selbstwahrnehmung und helfen Ihnen, unnötige Anspannung frühzeitig zu erkennen, bevor sie zur Verspannung wird und Schmerzen verursacht.

Eigene Ressourcen stärken

KomplementärTherapeut*innen sprechen den Menschen in seiner Ganzheit mit Körper, Geist und Seele an. Durch die spezifischen Berührungs- und Bewegungsimpulse kommen Sie Ihren belastenden Bewegungs- und Verhaltensgewohnheiten auf die Spur. Sie machen körperliche Neuerfahrungen, welche Ihre eigenen Ressourcen stärken. Auf diesem Weg lernen Sie, langjährige Gewohnheiten, welche Ihnen nicht guttun, wegzulassen und konstruktives Verhalten aufzubauen.

Therapeutin arbeitet mit Klient

© Schweizerischer Berufsverband

AlexanderTechnik Schweiz SBAT

4. Halten Sie regelmässig inne

  • Nehmen Sie sich vor, in den Tag eingepasst immer wieder kurz inne zu halten. Das heisst z.B., wenn das Telefon klingelt, springen Sie nicht sofort auf, nehmen Sie sich zwei Sekunden Zeit. Reagieren Sie nicht sofort auf einen Reiz, sondern lassen Sie sich zwischen Reiz und Reaktion einen kurzen Moment Zeit, um die Entscheidung zu treffen, so entspannt wie möglich zu agieren.
  • Egal was Sie tun, achten Sie darauf, dass das was Sie tun mit nur soviel Anspannung wie nötig und mit soviel Leichtigkeit wie möglich geschieht.

5. Achten Sie auf Ihre Haltung am Bürotisch

  • Richten Sie sich am Bürotisch immer wieder auf und nehmen Sie sich auch immer wieder vor, das Gesicht nicht Richtung Bildschirm zu schieben. Nehmen sie den Raum zwischen Ihnen und dem Bildschirm sowie den Raum hinter Ihnen wahr.

Mehr Achtsamkeit und Selbstkompetenz

Von Beginn an sind Sie in Ihrer Selbstwahrnehmung und Selbstkompetenz angesprochen. Dies geschieht durch das Experimentieren in ganz alltäglichen Situationen wie zum Beispiel beim Stehen, Laufen, sich Hinsetzen oder Liegen. Alle können wir stehen oder sitzen. Doch damit ist oft unbewusst viel Verspannung oder Anstrengung verbunden, was schlussendlich zu ganz unterschiedlichen Beschwerden führen kann.

Mit Unterstützung der KomplementärTherapeut*innen, erfahren Sie in diesen Experimenten, wie Sie mit weit weniger Energieaufwand unterwegs sein können. Schrittweise gelingt es Ihnen, Ihr neues Verständnis und Ihre neuen Fähigkeiten in alltäglichen und komplexeren Aktivitäten anzuwenden. Sie erleben sich ausbalancierter, mit weniger Verspannung und Schmerz. Sie werden wachsamer gegenüber negativen Einflüssen und erkennen, welche Anteile Sie selbst beeinflussen können.

Autorin:

Sonja Baumann-Künzler, KomplementärTherapeutin mit eidg. Diplom Methode AlexanderTechnik, Schwarzenburg und Bern

www.alexandertechnik.ch

Eine Therapeutin gibt Tipps für eine bessere Haltung im Alltag

© Schweizerischer Berufsverband

AlexanderTechnik Schweiz SBAT


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