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KomplementärTherapie als Beruf

Was motiviert Menschen, eine komplementärtherapeutische Ausbildung in Angriff zu nehmen? Welchen beruflichen Hintergrund haben sie? Und wie sehen ihre Erfahrungen in der Ausbildung und danach im Ausüben der KomplementärTherapie aus? Drei Shiatsu-Therapeut*innen geben Auskunft.

11.06.2024


© Adobe Stock

Beruflicher Hintergrund und Neu-Ausrichtung


Claudia, Treuhänderin mit eidg. Fachausweis:


Ich merkte bald, wie wenig mir mein damaliger Beruf gab. Mein Herz fühlte sich nicht angesprochen. Die Zahlenwelt, das Abstrakte, die starren Reglemente, der zwischenmenschliche Umgang: All das machte mich nicht glücklich. Mit der Zeit wurde meine Stimmung immer düsterer; ich steckte in einer Krise. So begab ich mich auf die Suche nach dem Sinn meines Lebens. Da musste es doch noch mehr geben!


Nadja, früher Pflegefachfrau auf der Notfallstation in der Akutpflege:


Nach der Geburt unseres zweiten Kindes, als sich der Alltag in der Familie langsam eingespielt hatte, ging ich zurück in meinen Beruf. Dort arbeitete ich auf der Überwachungsstation. Und obwohl ich die Arbeit mochte, war es nicht mehr meine Welt. Auch war mit der Familie die Schichtarbeit im Spital schwierig. Ich sah mich nach neuen Möglichkeiten um. „Familienkompatibel“ war dabei ein wichtiges Kriterium.


Andreas, ehemals Personalberater:


Über den Kampfsport kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit Vorstellungen über das Zusammenspiel von Körper und Geist. Ich verschlang Bücher zu


verschiedensten Themen: Meridiane, traditionelle chinesische Medizin, Akupunktur, Philosophie, Religion. Der japanische Kulturkreis faszinierte mich.


Schon früh kam der Gedanke auf, mich beruflich mit diesen Themen zu beschäftigen. Die Idee trug ich einige Jahre mit mir herum, der Zeitpunkt war


aber nie richtig und eigentlich gefiel mir meine Arbeit im HR.

Sturzprävention erfolgt auf verschiedenen Ebenen

Eine Präventionsstudie der Rheumaliga in Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden verfolgte eine vielfältige Strategie: So führten Physiotherapeut*innen Tests zu Stürzen und Sturzangst durch und gaben Kraft- und Gleichgewichtsübungen zum täglichen Üben mit. Für mehr Sicherheit im Haushalt und im Alltag wurde dies durch Wohnberatungen ergänzt, um mögliche Stolperfallen zu reduzieren2. Es resultierten ein Viertel weniger Stürze und eine bemerkenswerte Reduktion von schweren Stürzen um fast 50%.

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Yoga Therapie für besseres Gleichgewicht und innere Balance

Studien zeigen, dass mit Gleichgewichtsübungen nicht nur unsere körperliche Balance und Reaktionsfähigkeit, sondern auch unsere innere Balance und damit unsere psychische Gesundheit gefördert wird. Die Yoga Therapie als Methode der KomplementärTherapie (KT) geht vielschichtig vor (siehe Abbildung 1). Um im Alter körperlich und geistig fit zu bleiben, nutzt sie neben Bewegungsabläufen auch Atem-, Achtsamkeits-, Visualisierungsübungen und Meditation. Wichtige Pfeiler dabei sind der Dialog, eine vertrauensvolle Beziehung und die Evaluation des Therapieprozesses.

Yoga Therapie passt sich Ihren Fähigkeiten an

KomplementärTherapie orientiert sich an vorhandenen Ressourcen, Stärken und positiven Erfahrungen. Dank dem Einzel- und Kleingruppensetting können Beschwerden jederzeit mitberücksichtigt werden. Damit eine Yogapraxis ihre volle Wirkung entfalten kann, muss sie an die Möglichkeiten, Fähigkeiten und Wünsche der übenden Person angepasst sein. Mithilfe von massgeschneiderten Bewegungsabläufen und Übungen kann die Kraft und Beweglichkeit gezielt so gefördert werden, dass der Alltag besser zu meistern ist. Geübt werden sollte möglichst täglich.

Bewegungsabläufe für mehr Kraft und besseres Gleichgewicht

Abbildung 2 zeigt einen möglichen Yogaablauf. In der linken Spalte sehen Sie die 1. Yogapraxis (Übung 1a bis 4a). Es handelt sich um sanfte Kraftübungen sowie dynamische und statische Gleichgewichtsübungen. Um die Sicherheit zu erhöhen ist es Sinnvoll, sich auf einem stabilen Stuhl, Tisch oder an der Wand abzustützen. Bei Schwindel sollten Sie nicht üben.

Wie in der mittleren und rechten Spalte aufgezeigt, können im weiteren Verlauf der Therapiesitzungen anspruchsvollere Versionen der Übungen einfliessen.

Mit Achtsamkeit und Atmung entspannen und der Psyche Gutes tun

Bei der Gehmeditation «Langsames Gehen» (Übung 5) wird jeder Fuss achtsam abgerollt. Dies fördert nicht nur das Gleichgewicht, sondern auch die

Konzentrationsfähigkeit. Wird dabei Schritt für Schritt bewusst ein- und ausgeatmet, kann sich innere Ruhe entfalten.

Hier

Audio-Übung 3 aus Artikel  Selbstwahrnehmung als Schlüssel

für eine bessere Gesundheit direkt einbauen.


Sehr entspannend ist das Fingerstreichen mit ruhiger Atmung (Übung 6). Sie können diese aufrecht auf einem Stuhl sitzend oder auch bequem liegend durchführen.

Hier Audioübung 6

Ein kurzer Bodyscan (Übung 7) bringt auf körperlicher und mentaler Ebene Entspannung und fördert die Konzentrationsfähigkeit

Zusammenfassung

Die komplementärtherapeutische Yoga Therapie kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten das Sturzrisiko und somit auch die Sturzangst bei

Senior*innen zu reduzieren. Mit individuellen, an die Möglichkeiten und Fähigkeiten der übenden Person angepassten, Bewegungsabläufen und Übungen wird gezielt Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht gefördert. Zudem helfen Atem-, Selbstwahrnehmungs- und Achtsamkeitsübungen die mentalen Fähigkeiten zu erhalten und der Psyche Gutes zu tun. Wenden Sie sich für Ihre ganz persönliche, massgeschneiderte Yogapraxis an eine KomplementärTherapeut*in der Methode Yoga Therapie

Autorin:

Gisela Stauber, KomplementärTherapeutin Methode Yoga Therapie, Dänikon und Kriens

Yoga KomplementärTherapie Schweiz, www.ktyoga.ch

Quellen:

1 bfu Beratungsstelle für Unfallverhütung

2 Kampagne "sicher gehen - sicher stehen"



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