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KT am Ende des Lebens

Eine ganzheitliche Sterbebegleitung beinhaltet mehr als nur medizinisch notwendige Massnahmen. Fachpersonen aus der KomplementärTherapie begleiten sterbende Personen in ihren Ängsten und Nöten und können auch ihre körperlichen Probleme lindern. Sie unterstützen die Selbstregulierungskräfte auf körperlicher und seelischer Ebene.

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Ein Beispiel aus der Atemtherapie

Herr G. ist 88 Jahre alt und liegt im Spital. Er wird das Spital nicht mehr verlassen. Seine Augen sind geschlossen, sein Gesicht ist angespannt. Er leidet unter Atemnot, Schmerzen und Unruhe. Die Atemtherapeutin legt sanft ihre Hände auf seine Flanken und unterstützt ihn beim Ausatmen. Sie leitet ihn an mit dem Ausatmen ein langes AAA zu tönen. Langsam beruhigt und vertieft sich seine Atmung. Der Gesichtsausdruck entspannt sich und die Unruhe lässt nach. Schmerzen, Unwohlsein und Verspannungen werden in der Atemtherapie mit sanften Berührungen, geführten Bewegungen, Streichungen, Haltungsveränderungen und Atemmassagen behandelt. Der Atem wird über Berührungen begleitet.

"Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu hinzuzufügen, sondern den Tagen mehr Leben."

Cicely Saunders, Begründerin der Hospizbewegung

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Was passiert auf körperlicher und emotionaler Ebene beim Sterben?

Auf der körperlichen Ebene lassen die Körper- und Organfunktionen nach. Der Körper wird schwächer. Die Wahrnehmungs- und die Kommunikationsfähigkeiten gehen zurück. Verwirrtheit und Unruhe können mit Zuständen von grosser Klarheit wechseln. Oft kommt es zu Bewusstlosigkeit. Das Sehen wird beeinträchtigt. Hören bleibt meist länger erhalten, sogar noch, wenn die Patienten bewusstlos sind. Die sterbenden Personen sind irgendwann zu schwach, um zu verstehen und sich zu äussern. Sie leiden häufig unter Schmerzen und Atemnot.

Nicht selten sind auf der emotionalen Ebene Ängste und Trauer da,

Angst vor dem Tod, dem Sterben, vor der Ungewissheit, vor Schmerzen und Angst zu ersticken; Trauer, weil sie geliebte Menschen zurücklassen müssen, Trauer über Unerledigtes, Nichterreichtes und Ungeklärtes.

Wie unterstützt KomplementärTherapie Sterbende?

Sterbende brauchen vor allem eine Umgebung, in der sie sich gehalten, als Person wahrgenommen und begleitet fühlen. Wichtig ist ein Raum, in dem sie Gedanken, Gefühle und Empfindungen ausdrücken können. Und sie benötigen Hilfe mit ihren körperlichen Problemen. Die Grundhaltung in der KomplementärTherapie ist, dass der Mensch so sein darf, wie es ihm geht und er darin begleitet wird. Können Klient*innen sprechen, findet die Fachperson in einem wertschätzenden und einfühlsamen Gespräch heraus, wie es der betroffenen Person geht und was sie braucht. Die Therapeut*Innen sind auch geschult, die Person und ihre Bedürfnisse nonverbal wahrzunehmen. Es gibt verschiedene komplementärtherapeutische Methoden, die den Klient*innen eine grosse Bandbreite an wirksamen Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Wie werden Angehörige unterstützt?

Angehörige fühlen sich mit der Situation und ihrer Trauer oft verzweifelt und hilflos. Zu sehen, wie KomplementärTherapie einer im Sterben liegenden Person gut tut, kann sehr tröstlich sein und Ruhe und Sicherheit vermitteln. Nicht selten werden tiefe Lebensthemen wie Schuldgefühle und Vorwürfe berührt. Sich als Angehöriger selber in eine komplementärtherapeutische Behandlung zu geben, kann deshalb in einer solchen Situation hilfreich sein.

Worum geht es am Ende des Lebens?

Am Ende des Lebens geht es um Loslassen, Abschiednehmen und das Annehmen des Todes als Teil des Lebens. Sterbende befinden sich in einem sensiblen Wandlungsprozess. Wie das Leben ist auch das Sterben individuell. Nicht nur in der Atemtherapie, sondern auch in vielen anderen Methoden der KomplementärTherapie werden Weiterbildungen zu Sterbebegleitung angeboten.


Autorin:

Katharina Miesch, Atem- und Körpertherapeutin

Atemfachverband Schweiz AFS, www.atem-schweiz.ch


Quelle: Verbandszeitschrift des AFS, Atemzeit Nr. 11, September 2014


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