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Kinder unter Druck

In der heutigen Leistungsgesellschaft stehen wir Menschen unter enormem Druck, sowohl auf physischer wie auch auf psychischer Ebene. Wenn wir nicht sehr gut zu uns schauen und auf unseren Körper hören, dann besteht die Gefahr, in ein Burnout oder eine Erschöpfung zu schlittern. Leider können sich davor gerade die Jüngsten in unserer Gesellschaft am schlechtesten schützen.

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Schulischer Druck

Kinder sind dem schulischen Druck sehr stark ausgesetzt und spüren schon früh, dass ihnen ein harter Wind entgegenweht. Oft ist es eine Mischung aus Bewegungsarmut, dem Gefühl, den ganzen Tag mehr oder weniger fremdbestimmt zu sein sowie schulischer Überforderung, die zu Dauerstress führt. Als mögliche Reaktion werden die Kinder antriebslos und flüchten sich in die irrealen Welten von Fernsehen, Chatrooms und Computerspielen. Viele Kinder und Jugendliche haben nie gelernt auf ihren Körper zu hören, sondern folgen instinktiv den „Anweisungen“ und sogenannten Trends der Gesellschaft. Dies tun sie, ohne zu wissen, wie hoch der Preis ist.

Es gibt keine einzelne Ursache für Burnout, vielmehr gestaltet es sich wie ein Puzzle. Es braucht also mehrere Teile, wie z.B. Stress, Leistungsdruck, Mobbing, Trennung der Eltern oder Gewalt (physisch oder psychisch), die ein Ganzes ergeben können.

Mögliche Symptome eines Burnouts bei Kindern und Jugendlichen

  • Pessimismus, gedrückte Stimmung und Traurigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Interessensverlust und Freudlosigkeit
  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen, wandernde oder unspezifische Schmerzen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter Appetit
  • Schuldgefühle

Berührt zu werden ist ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen und somit auch Jugendlicher und Kinder, welches aber oft zu wenig gestillt wird. Diejenigen, die einen liebevollen körperlichen Umgang erlebt haben, haben bessere Chancen, ein Urvertrauen zu entwickeln, das ihnen ermöglicht, selbstbewusst in die Welt zu treten, befriedigende Bindungen zu anderen Menschen aufzubauen und ihre eigenen Ziele zu verfolgen.

Körperwahrnehmung fördern

Es ist wichtig, dass Kinder oder Jugendliche lernen, über ihren Körper Veränderungen wahrzunehmen. Denn in sich hineinspüren, erkennen, was der Körper braucht und Vertrauen in den eigenen Körper (zurück-)gewinnen sind alles wichtige Aspekte zur Wiederherstellung der Balance und Regeneration von Körper und Geist. Wenn sie ihr Körperbewusstsein entwickeln, wird ihnen auch deutlich werden, wie der Körper ihre seelisch-emotionale Verfassung widerspiegelt. Dies gibt ihnen die Möglichkeit auch kleine Zeichen des Körpers wahrnehmen zu lernen und darauf zu reagieren, bevor sich etwas verfestigen und sich z.B. durch Krankheit bemerkbar machen kann.

Shiatsu ist im wahrsten Sinne des Wortes eine berührende Behandlungsmethode, welche den ursprünglichsten unserer Sinne, den Tastsinn anspricht. Ab der 6. Schwangerschaftswoche nimmt der Embryo den Druck des Wassers, den Puls und die Bewegung des mütterlichen Körpers in der Gebärmutter wahr. Diese tief verborgene Erinnerung unseres ungeborenen Selbst verlässt uns niemals vollständig. Berührung ist eine Art Nahrung, die uns im Leben fehlt, wenn sie nicht geschieht. Shiatsu mit seiner sanften Druckbehandlung erinnert unbewusst an den vorgeburtlichen Zustand, in welchem sich der Fötus als ganz und rund wahrnimmt. Der einfühlsame und tiefe Druck ermöglicht, aus diesem Urzustand Kraft zu schöpfen und sich erneut als Einheit zu empfinden.

Shiatsu: Mit sanftem Druck das Innerste berühren

Shiatsu ist eine äusserst effektive Möglichkeit, diese frühe Selbstwahrnehmung zu erfahren, sie allgemein zu schulen und eine Harmonisierung der Lebensenergie zu erreichen. Über die Berührung, die den Körper entspannt und den Energiefluss ausgleicht, bringt Shiatsu das Gefühl von Wohlsein und Ganzheit zurück. Stress und Ängste können sich auflösen. Auch die Integration der Sinne und die Tiefenwahrnehmung werden unterstützt.

Im begleitenden Gespräch mit dem/der Shiatsu-Therapeut*in als aussenstehende Begleitperson fällt es den Kindern und Jugendlichen meist leichter, sich zu öffnen und Strategien zu entwickeln, um Druck aus dem Alltag zu nehmen und besser auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. In Kombination mit der Behandlung können sich so mit der Zeit ein positiveres Selbstwertgefühl und Zufriedenheit entwickeln.

Je besser die Lebensenergie fliesst, desto besser kommt das Kind auf seine Art und Weise mit den gestellten Anforderungen zurecht und je mehr positive Erfahrungen ein Mensch in seiner Kindheit macht, desto präsenter und reifer ist er auch später als Erwachsener.


Autorin:

Melanie Dal Bo, Shiatsu Therapeutin, Komplementärtherapeutin mit Branchenzertifikat OdA KT, Zürich

www.shiatsuverband.ch

Der Artikel ist erstmalig im Blog der Shiatsu-Gesellschaft Schweiz erschienen


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